REISNERSTRASSE
Totalsanierung mit DG Ausbau eines Zinshauses
Offizieller Name von AG Seite: Nicolai 1873: https://nicolai1873.com/de/
2025
DAS PROJEKT NICOLAI 1873 UMFASST ZWEI ÜBERLAGERTE BAUAUFGABEN:
– die Sanierung eines Bestandsgebäudes im Wiener Botschaftsviertel (1873)
– sowie einen strukturell neu konzipierten Dachausbau.
Der architektonische Zugang ist technisch und funktional definiert, mit dem Ziel der bauphysikalischen Anpassung an heutige Normen unter materiellem Erhalt der Neu-Wiener Renaissance.
Im Bestand galt die Prämisse: Erhalt intakter Substanz, bauphysikalische Ertüchtigung und baulicher Austausch nur bei zwingender Notwendigkeit. Die Grundrisse wurden modernisiert. Straßenseitig übersetzen repräsentative Wohnbereiche das Prinzip der Wiener Salonarchitektur, hofseitig nehmen untergeordnete Zonen kompakte Schlafräume mit En-Suite-Bädern auf.
Die primäre Energieversorgung erfolgt über Fernwärme. Fußbodenheizung und Wohnraumlüftung wurden unsichtbar integriert. Dies erforderte die Neuherstellung des Bodenaufbaus, wobei ein für diese thermische Belastung technisch geeignetes Eichen- Fischgrätparkett verlegt wurde.
Bedingt durch die Schutzzone wurden alle Kastenfenster thermisch und akustisch auf das Niveau moderner Isolierglassysteme ertüchtigt, ohne ihren historischen Querschnitt zu verändern.
Um eine exakte Konstruktion dieser Holzfenster im Bestand zu ermöglichen, wurde kurzfristig im Souterrain des Hauses eine eigene Tischlerei eingerichtet.
Die Holztramdecken wurden im Originalaufbau belassen und statisch verstärkt und gedämmt. Ein wesentlicher Parameter war auch die Barrierefreiheit ab Gehsteigniveau. Diese wurde durch eine neue Rampe in historischem Terrazzo, sowie einen stilgerechten Aufzug
umgesetzt. Sämtliche Terrazzoböden und die historische Natursteinstiege wurden handwerklich präzise saniert und ergänzt; Geländer durch spezialisierte Schlosserarbeiten normgerecht modernisiert. Historischer Stuck wurde restauriert und im Stiegenhaus durch die Bauherrschaft bauzeitgerecht ergänzt. Eine stilgetreue Ergänzung von fehlenden klassischen Zierelementen war dem Bauherren ein besonderes Anliegen und sorgte dafür, dass das Haus wieder zu altem Glanz zurückfinden durfte und somit auch das Gesamtbild wieder passte.
Nassbereiche erhielten belastbares Feinsteinzeug in traditioneller Zementfliesen-Optik.
Die sorgfältig sanierten, reich gegliederten Palazzo-Fassaden weisen städtebaulich keine sichtbaren Dachflächen auf. Um diesen Kontext zu wahren, wurde die Kubatur des neuen Dachgeschosses gezielt von der Straßenflucht zurückgesetzt. Der Ausbau bleibt dadurch vom öffentlichen Raum nahezu unsichtbar.
Im Kontrast zum Altbau weist das Dachgeschoss kompaktere Raumstrukturen mit raumhohen Verglasungen auf. In Abstimmung mit der Bauherrschaft wurde bewusst auf Flächenmaximierung zugunsten einer höheren Außenraumqualität verzichtet. Anstelle der Ausreizung der baurechtlichen Kubatur, generiert eine gestaffelte Baukörperstruktur großzügige Freiflächen und vertikale Raumabschlüsse.
Jeder Aufenthaltsraum verfügt über schwellenlos zugeordnete Terrassen. Diese Niveaugleichheit
erforderte hochpräzise Detaillösungen bei Entwässerung und Bauwerksabdichtung. Die Dachflächen sind durch eine Photovoltaikanlage ergänzt und tragen somit zur
Stromversorgung bei.
– Totalsanierung Zinshaus.
– Umbau auf Fernwärme / Zentrale Wärmeerzeugung
– Totalsanierung der gesamten Haustechnik
– Historische Fassadensanierung inkl. Kastenfenster Restauration
– Totalumbau von 7 Geschosswohnungen
– Neubau von 5 DG Wohnungen
Nutzfläche DG: ca. 420m2
– Vorentwurf
– Entwurf
– Einreichung
– Ausführungsplanung
– Ausschreibung und Vergabe
– Örtliche Bauaufsicht
– Planung 2016
– Ausführung 2020 bis 2025
– Auftraggeber R.S. Immobilien
– Architekten: Liegler Takeh Architekten ZT GmbH
– Statik + Bauphysik DI Thomas Gottschlich
– Baufirma Prameshuber
– HKLS – Hauer
– EL – Lagerhaus Zwettl
– Fotografie: Alexander Eugen Koller


